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Barmbeker Baugeschichte: Schwalbenhof

Der Schwalbenhof – das erste Frauenwohnheim in Deutschland

 

Der Schwalbenhof in der Gegenwart

In der Fuhlsbüttler Straße, im Herzen von Hamburg-Barmbek, befindet sich der Schwalbenhof. Das Wohngebäude, das einst als erstes Frauenwohnheim in Deutschland bekannt wurde, ist auch heute noch aufgrund seiner kompakten Wohnungen eine beliebte Adresse, gerade bei jungen Leuten.
Foto ganz oben: Blick von der Fuhlsbüttler Straße auf den Schwalbenhof in den 1930er Jahren.

Selbstbestimmtes Leben für alleinstehende Frauen

1927, in der Zeit der aufziehenden Weltwirtschaftskrise, wurde das Gebäude am Schwalbenplatz mit rund 200 Wohnungen von dem Architekten Paul A. R. Frank erbaut. Das Frauenwohnheim ermöglichte es berufstätigen, alleinstehenden Frauen und deren Kindern erstmalig, ein eigenständiges und unabhängiges Leben zu führen. Das damals höchste Wohnhaus in Hamburg bot den Bewohnern einen revolutionären Wohnkomfort: Sonnenterrassen mit Duschen auf dem Dach, Zentralheizung, Warmwasser, Haustelefon, Fahrstuhl, Nähstuben, Räume für die Kinderbetreuung und weitere Gemeinschaftseinrichtungen, die das Zusammenleben der Bewohner förderten.

Verschiedenste Verbände waren an dem Betrieb des Frauenwohnheimes beteiligt, um auch alleinstehenden Frauen die Möglichkeit zu geben, selbständig eine Wohnung anzumieten und den Haushalt zu führen. Beispielsweise setzten sich die Berufsorganisation der Krankenpflegerinnen Deutschlands, der Bund Hamburgischer Hausfrauen und die Frauengruppe des Deutschen Offiziers-Bundes gemeinsam mit FRANK gegen die soziale Ausgrenzung alleinstehender Frauen ein.

Neue Ideen verbinden Architektur, Städtebau und soziales Engagement

Der Firmengründer von FRANK, Paul A. R. Frank, verband Architektur, Städtebau und soziales Engagement auf vorbildliche Weise und schuf preisgünstige Wohnungen, die noch heute im Bestand des Unternehmens sind. Die revolutionäre Entwicklung des Laubenganges wurde erstmalig in dem Gebäude im Heidhörn 2+4 realisiert und danach beim Bau des Schwalbenhofes angewandt. Diese neue Art der Erschließung führte zu einer besseren Flächennutzung, da man weniger Treppenhäuser benötigte. Die Laubengänge stellten einen erweiterten Lebensraum dar, denn durch die täglichen Begegnungen vor den Wohnungstüren wurden die Beziehungen zwischen den Nachbarn gestärkt und das soziale Miteinander gefördert. Zudem ergab sich auch ein hygienischer Vorteil aus dieser Art der Erschließung, die Anfang des 20. Jahrhunderts von großer Bedeutung war. Die Wohnungen konnten quergelüftet werden, wodurch ein gesünderes Raumklima entstand.

Schwalbenhof – hier eine Aufnahme von 1967 – mit gut erkennbaren Laubengängen

Der Schwalbenhof wurde im 2. Weltkrieg bei der Bombardierung Hamburgs am 30. Juli 1943 größtenteils zerstört, doch aufgrund alter Baupläne war der Wiederaufbau des Laubenganghauses in seiner ursprünglichen Form möglich.

Zerstörung des Schwalbenhofs im 2. Weltkrieg

Damals revolutionär  – heute ein Klassiker

Das Wohngebäude am Schwalbenhof weist eine, für die Zeit, eher ungewöhnliche Bauweise auf. Der Backsteinbau ist, entgegen der umliegenden Gebäude, zur Fuhlsbüttler Straße hin weiß verputzt und auf der anderen Seite Richtung Schwalbenplatz ein reiner Backsteinbau. Im Jahr 1997 wurden das Gebäude und die Fassade komplett renoviert.
Heute umfasst der Schwalbenhof 193 Wohneinheiten mit Größen zwischen 23 m² und 67 m² und ist eine beliebte Adresse in Barmbek-Nord.

Der Schwalbenhof in der Gegenwart

Die Veröffentlichung des hier verwendeten Text- und Bildmaterials erfolgt mit freundlicher Genehmigung der FRANK-Gruppe.

Kontakt:
FRANK-Gruppe
Clemens Thoma
Unternehmenskommunikation
Fuhlsbüttler Straße 216
22307 Hamburg